Sonntag, 25.10. und Montag, 26.10.
In der Nacht war Zeitumstellung und gegen morgen Sturm. Ab 6.30 Uhr hatten wir keinen Strom.
Jesse hat uns damit überrascht, dass er auf einem Gaskocher für uns Kaffee zubereitet und uns rüber gebracht hat. Um 8.30 Uhr fuhr uns Hansjürgen nach Kirchzarten, wo wir feststellen mussten, dass keine Züge nach Freiburg fahren. Roland und Silvia waren schon in Kirchzarten und so hat uns Hansjürgen – dankenswerterweise – nach Freiburg zum Hauptbahnhof gefahren. Unser Zug nach Frankfurt fuhr pünktlich ab. Unterwegs gab es jedoch einige Probleme, zuerst mussten wir auf offener Strecke anhalten und ab Mannheim eine Umleitung fahren und so kamen wir über eine halbe Stunde später als geplant am Flughafen an – hier ging dann alles reibungslos, wobei das Flugzeug auch mit ca. 1 Stunde Verspätung startete. So hatten wir in Doha etwas weniger Wartezeit um nach Muskat zu fliegen. Die Abfertigung ging recht flott – bis wir zum Zoll kamen hier wurde unser Gepäck durchleuchtet und Roland musste seinen Koffer öffnen, er wurde dann von einer Beamtin durchsucht (sie hat aber außer Medikamenten) nichts gefunden. Am Flughafen wurden wir abgeholt und zu einem Hotel gebracht in dem wir warten und ab 7 Uhr frühstücken konnten. Um 8 Uhr wurden wir dann von unserem Reiseleiter begrüßt, die Koffer wurden in einen Kleinbus verfrachtet und unsere „Kleingruppenreise im Oman“ beginnt. Unsere Gruppe besteht aus 4 Personen, dies sind Roland und Silvia sowie Mario und ich (es kamen keine weiteren Gäste hinzu). Wir starten mit einer Rundfahrt durch Muskat und besuchen die große Sultan Qaboos Moschee, sie ist die größte und sehenswerteste Moschee im Oman, das Minarett ist 91 m hoch und damit das höchste Gebäude im Oman. Es gibt eine kleinere Gebetshalle in der ca. 700 Frauen platz finden und eine große Gebetshalle für die Männer, hier finden ca. 5000 Männer Platz. In diesem Gebetsraum befindet sich eine Nische in der der Imam die Gebete vorträgt. Im Gebetsraum der Frauen befinden sich 2 Bildschirme so dass die Frauen den Imam ebenfalls sehen und hören können. Im großen Gebetsraum hängt ein Kronleuchter, der aus 600.000 Swarovski-Kristallen besteht (er ist 8 Tonnen schwer).
Von hier aus fahren wir zum Museum wo wir einen Einblick in die Geschichte der Erdöl- und Erdgasförderung erhalten. Der nächste Stopp ist am Muttra Souk, wo wir durch die Gassen bummeln. Danach steht uns der schwierigste Teil des Tages bevor.
Wir starten eine Wanderung entlang des Muttrah-Trek. In der Beschreibung steht: „leicht, 3,5 km und ca. 200 Höhenmeter“. Unter leicht verstehen wir – im nach hinein – etwas anderes. Es war heiß und wir waren übermüdet – und es war mega anstrengend. Zuerst wanderten wir wenige Meter steil nach oben, anschließend auf schmalem, kaum markiertem steinigem Weg steil bergab. In der Schlucht angekommen geht es über Stock und Stein, teils zwischen den Felsen kletternd weiter. Roland bekommt Probleme mit der Luft und wir machen im Schatten eine Pause, bis er wieder bei Atem ist. Wir gehen weiter, immer wieder machen wir, sobald wir im Schatten sind eine Trinkpause. Wir gehen noch bis zu den Ruinen einer alten Siedlung. Hier beschließen wir den weiteren, steil bergauf führenden Weg , nicht mehr zu machen. Wir schlagen Mario und Mohammed vor, dieses Stück alleine zu gehen und wir warten. Wir sprechen darüber und Mario erklärt, dass auch er auf den Aufstieg verzichtet, auch für ihn ist es genug und so machen wir im Schatten eine längere Pause bevor wir uns auf den Rückweg machen. Wir sind alle kraftlos und rutschen ein ums andere Mal auf den Steinen weg. Silvia bleibt mit dem Schuh in ihrer weiten Hose hängen und fällt hin. Sie benötigt einen Moment um sich zu sortieren, es ist nichts schlimmes passiert, das Knie ist etwas aufgeschürft, weil sie sich nicht richtig abfangen konnte, ist sie auch mit dem Gesicht auf den Boden gefallen. Ihre Brille hat sich dabei auf den Wangenknochen gedrückt, dieser wurde gleich etwas dick – zum Glück ist nicht mehr passiert. Der Aufstieg zum Ausgangspunkt war dann noch einmal haarig. Mohammed ging uns voraus und Mario bildete das Schlusslicht. Zurück am Auto sind wir froh, dass wir alle heil angekommen sind. Jetzt fahren wir noch zum Sultanpalast, der nur von außen zu besichtigen ist. Wir halten uns nicht lange auf. Mohammed erklärt uns, dass der Sultan nicht in diesem Palast lebt. Der Palast wir nur für Staatsempfänge genutzt und zur Unterbringung der hochrangigen Gäste. Als wir gegen 16.30 Uhr im Hotel ankommen haben wir nur den Wunsch nach einer Dusche. Wir beschließen, unser Abendessen im Hotel einzunehmen und so treffen wir uns 2 Stunden später, etwas ausgeruht, wieder zum Essen.
Dienstag, 27.10
Nach einer guten Nacht wachen wir erholt auf. Frühstück gibt es um 7 Uhr, Abfahrt ist im 8.30 Uhr. Nach ca. 2 Stunden Fahrt erreichen wir den Küstenort Quriat, wo wir einen kurzen Spaziergang machen. Mohammed erzählt uns, dass alle Omanis, wenn sie 23 Jahre alt sind ein Grundstück mit einer Größe von 600 qm vom Sultanat geschenkt bekommen. Außerdem erzählt er, dass Sansibar zum Sultanat Oman gehörte. Es ist interessant ihm zuzuhören. Von hier geht es weiter zum 60 m tiefen Bimah Sinkhole, das mit türkisgrünem Wasser gefüllte Becken hat einen Zulauf vom Meer. Wir steigen hinunter und nehmen ein Bad. Danach fahren wir weiter zur Wadi Shab, wo wir eine Wanderung in die spektakuläre Schlucht unternehmen. Hier wachsen unter anderem Bananen, Papaya und .Mango. Wir kraxeln wieder über Felsen nach einer Pause geht es auf gleichem Weg zurück. Wir setzen mit einem kleinen Motorboot (wie zu Beginn auch) über und weiter geht es mit unserem Kleinbus nach Sur, einer Hafenstadt, die lange Zeit des Zentrum des Seehandels nach Indien und Ostafrika war und erreichen die Dhauwerft. Hier haben wir Glück, denn wir können dabei zuschauen, wie eines der Boot über zusammen gebundene Palmbündel und dünne Planken mit einem Bagger an den Rand des Wassers gezogen wird, wenn die Flut kommt, ist das Schiff abfahrbereit. Die Dhauwerft ist in Familienbesitz und die einzige in ihrer Art in ganz Oman, sie wird außerdem staatlich unterstützt. Die Dhauschiffe sind komplett aus Holz gebaut. Nach der Besichtigung des kleinen dazu gehörenden Museums geht unsere Reise weiter – schon nach wenigen Minuten erreichen wir die Strandpromenade, wo wir einen Spaziergang unternehmen. Wir erreichen das Hotel, Mohammed checkt uns alle ein und fragt, ob es Abends im Restaurant ein Bufett gibt, was verneint wurde, wir können nur „a la Carte“ essen.
Wir stehen zusammen und beraten – als Omar, unser Fahrer zu uns kommt bespricht er sich mit Mohammed. Mohammed berichtet uns dann, dass Omar gerne in ein Restaurant gehen würde, das er kennt und uns auch empfehlen würde. Wir sind uns einig, dass wir dieser Empfehlung folgen und gemeinsam zum Essen fahren.
Jetzt haben wir erst einmal Zeit um zu duschen und uns auszuruhen. Nach 1 ½ Stunden treffen wir uns wieder und fahren zum Abendessen. Mohammed gibt uns eine Zusammenfassung der Speisekarte. Mario und ich entscheiden uns für Meeresfrüchte, Roland und Silvia für Hühnchen, einmal gegrillt, das andere gekocht. Dazu gibt es für uns gemeinsam eine große Platte mit zwei unterschiedlichen Reissorten und ein Fladenbrot. Alles sehr lecker, wir sind begeistert. Als wir bezahlen, Mario bezahlt für alle und wir teilen die Summe dann mit Roland. Das Abendessen für uns alle kostet gerade mal 45,-€. (incl, Fahrer und Führer)
Wieder im Hotel angekommen gehen wir vier noch in die Bar, die Männer trinken ein Bier, ich ein Glas Wein und Silvia möchte ein Cola. Der Kellner empfiehlt ihr ein „Spezialgetränk“ und so bekommt sie dieses. Es schmeckt ihr nicht – der Kellner blieb am Tisch stehen als sie es probiert und als sie sagt, dass es ihr nicht schmeckt, nimmt er es wieder mit und bringt ein Pepsi.
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