Freitag, 29.05.
Wir verlassen den schönen Platz am See und machen uns auf den Weg nach Albi. Die wunderschöne Altstadt mit der Kathedrale steht seit 2010 auf der Unesco-Liste des Weltkulturerbes. Die Kathedrale Sainte-Cécile ist ein Bauwerk der Gotik, erinnert jedoch sehr wenig an andere gotische Bauwerke und ist somit weltweit einmalig. Sie ähnelt eher einer Festung, gilt aber als weltgrößte Backsteinkirche, deren Hauptturm 78 m hoch ist. Mit dem Bau der Kathedrale wurde im Jahre 1282 begonnen – sehr beeindruckend.
Wir fahren weiter, denn wir möchten heute noch Carcassone erreichen. Wir kommen am späten Nachmittag an, wobei wir uns erst gegen 18.30 Uhr auf den Weg in die „Cité“, die auf einem Hügel liegende Festungsstadt, machen. Die Mauer mit ihren 52 Türmen ist ein schönes Fotomotiv. Die Altstadt selbst ist für uns etwas enttäuschend – vielleicht weil uns vorher die Altstadt von Albi so sehr gefallen hat. Wir verbringen trotzdem einen schönen Abend innerhalb der Stadtmauern. Erst nach 22 Uhr treten wir den Rückweg an.
Samstag, 30.05.
Wir verlassen Carcassone und nehmen die letzten knapp 100 km zum Mittelmeer in Angriff. Wir fahren auf der gut ausgebauten D 6113 bis Narbonne Plage, wo wir einen Stellplatz mit Meerzugang ausfindig gemacht haben. Nachdem wir „Gretchen“ geparkt haben, geht es auf dem schnellsten Weg zum Strand – Badenachmittag!!
Sonntag, 31.05.
Der Wind hat über Nacht aufgefrischt, so dass es nicht möglich ist im Freien zu frühstücken. Wir entscheiden uns trotzdem noch einen Tag hier zu bleiben. Spätvormittag machen wir uns auf den Weg zum Strand. Das Wasser hat merklich abgekühlt – trotzdem sehr schön. Wir werden regelrecht mit Sand eingepudert, so dass wir uns auf den Weg zu „Gretchen“ machen. Wir holen die Räder raus und machen eine Radtour entlang des Etang bis zum Ferienort Valras und wieder zurück (insgesamt ca. 25 km). Es schließt sich wieder ein Bad im Meer mit anschließender Dusche an. Gegen 19 Uhr machen wir uns auf den Weg zum nahegelegenen Restaurant – auf unserem Speiseplan(wunsch) stehen Muscheln, die wir auch bekommen. Mario mit Roquefortsoße und ich mit Carbonara – lecker. So gestärkt kehren wir zurück.
Montag, 01.06.
Wir fahren weiter in Richtung Bezier. In Agde sind leider sämtliche Parkplätze mit Höhenbegrenzungen versehen und so fahren wir weiter ohne einen Spaziergang gemacht zu haben. Ca. 8 km vor Sete liegt direkt zwischen Landstraße und Strand ein Wohnmobilstellplatz (als wir diesen anfahren, stellen wir fest – hier waren wir vor langer Zeit schon einmal. Wir bleiben, gehen baden und am Nachmittag nehmen wir die Fahrräder um nach Sete zu fahren, der Radweg führt die ganze Zeit am Meer entlang. Wir fahren kreuz und quer durch Sete, machen eine Pause und dann geht es wieder zurück zum Platz – und wieder geht es zum Baden im doch sehr kalten Mittelmeer.
Dienstag, 02.06.
Wir verlassen nach einem morgendlichen Bad im Mittelmeer den Stellplatz und steuern Montpellier an. Leider müssen wir am Stadtrand parken, kaufen ein Parkticket für 2 Stunden (was sehr knapp bemessen war) und starten zur Stadtbesichtigung. Alleine der Weg bis zur Altstadt dauert über eine halbe Stunde! Vorbei am Theater führt unser Weg auf die Promenade du Peyrou mit der Statue von Ludwig XIV. sowie Blick auf die Stadt und den Triumphbogen. Der Besuch der Kathedrale darf nicht fehlen – leider war diese für den Publikumsverkehr geschlossen. So gehen wir zurück und kommen rechtzeitig zum Ablauf unserer Parkuhr wieder bei „Gretchen“ an. Wir setzen unsere Fahrt fort, kommen an Nimes vorbei, erreichen die Städtchen Marguerittes und Beaucaire. Kurz danach kommen wir nach Comps zum Stellplatz. Wir stehen direkt am Gardon und nehmen sogleich ein erfrischendes Bad. Vor dem Essen ist Arbeit angesagt – wir müssen unsere Garnelen pulen – aber es lohnt sich, sie schmecken einfach super.
Mittwoch, 03.06.
Unser erstes Ziel heute ist der „Pont du Gard“. Er gehört zum römischen Aquädukt von Nimes, das im Jahr 50 n.Chr. erbaut wurde. Er transportierte bis zum Anfang des 6. Jahrhunderts Wasser von der Eure-Quelle in Uzès in die Stadt Nemausus. Anschließend geht es in die Stadt Uzé, wo sich wiederum die Parkplatzsuche als Herausforderung darstellt. Als wir diese Herausforderung gelöst haben machen wir uns auf, die Altstadt zu erkunden. Über den Markt bummeln wir zum Herzogpalast Duche, vorbei an Cafés und vielen kleinen Geschäften. Nach einem Kaffee erreichen schließlich die Kathedrale mit dem Turm der Fenster. Wieder bei „Gretchen“ angekommen nehmen wir die nächste Wegstrecke und zwar die „Gorge de l'Ardeche“, die immer wieder beeindruckende Ausblicke bietet, in Angriff. Am Ende der Schlucht fahren wir einen kleinen Campingplatz, mit Zugang zur Ardeche an. Wir richten uns ein und gehen baden (das Wasser der Ardeche ist wärmer, als alles was wir bisher hatten.
Donnerstag, 04.06.
Für heute ist Regen angesagt. Als wir frühstücken und danach auf den Weg machen ist es jedoch noch trocken, aber schon nach einer halben Stunde Fahrzeit fängt es an ganz leicht zu Tröpfeln. Im Verlauf des Tages (und ich meine den ganzen Tag) geht das Tröpfeln in Schütten über. Wir fahren auf der D 579, die bei Aubenas in die D 578 übergeht. Diese Straße ist für „Kurvenfahrer“ und Liebhaber schmaler und steiler Wege ein Genuss (auch bei Regen). Die mit Bäumen bewachsenen Schluchten und kleinen Dörfer hinterlassen Eindruck, der leider auf den wenigen Fotos nicht so zur Geltung kommt. Der höchste Punkt den wir erreichen ist der Col de Mézilhac mit 1.119 m (Temperatur: 14°). Nach ca. 70 km verlassen wir die D 578 um auf der D 86 und N 7 nach Vienne zu gelangen. Hier quälen wir uns durch, aber es kommt noch schlimmer, denn wir verpassen eine Abfahrt vor Lyon und landen deshalb in Lyon im Feierabendverkehr (einfach nur furchtbar). Wir benötigen hier mindestens eine Stunde. Als wir Lyon dann endlich hinter uns lassen kommen wir auf die D 1083, diese müssen wir bis Villefranche-s-Saóne fahren, weil wir alle Abzweige zuvor, entweder wegen unseres Gewichts oder unserer Höhe, nicht fahren dürfen. Gefühlsmäßig kommen wir unserem Ziel Chàtillon-Chalaronne nicht näher. Als wir es endlich geschafft haben, ist Mario nicht mehr in so guter Stimmung. Er bestaunt seine wenigen Fotos während ich Abendessen zubereite, danach ist die Welt wieder in Ordnung.
Ps.: Die D 578 werden wir sicher noch einmal bei schönem Wetter fahren!!
Freitag, 05.06.
In der Nacht hat der Regen aufgehört, aber um draußen zu frühstücken ist es zu frisch.
Wir erreichen Bourg-en-Bresse bereits nach wenigen Kilometern. Wir parken direkt am königlichen Kloster Brou, welches zu Beginn der Renaissance auf Wunsch von Margarete von Österreich (1480 – 1530), Kaisertochter, Herzogin der Savoyen und Regentin der Niederlande, errichtet wurde. Wir besichtigen das Kloster, welches über drei zweigeschossige Kreuzgänge verfügt und ein Museum beinhaltet. Nach dem Rundgang durch das Kloster machen wir uns auf den Weg die Gassen der Altstadt zu erkunden. Anschließend nehmen wir den 2. Abschnitt des Tages, die Fahrt nach Baume-les-Dames in Angriff. Auf gut ausgebauter, breiter Landstraße ist dieser Abschnitt, der durch ein Weinbaugebiet führt, schnell zurückgelegt, so dass wir unser Ziel gegen 18 Uhr erreichen. Ein kurzer Spaziergang führt uns am Kanal der Doubs entlang und wieder zurück.
Wir sitzen neben „Gretchen“, aus der Nähe erklingt Livemusik.
Ps.: Von hier aus geht es Morgen auf direkte Weg nach Hause – so schnell sind 2 Wochen Urlaub vorbei!!