Dienstag, 17.02.
Heute Morgen starten wir bereits um 8 Uhr mit unserer Rundfahrt durch den Nationalpark. Im Park gibt es eine „geteerte“ Hauptstraße und viele unbefestigte Wege, mal steil bergauf und fast genauso steil wieder hinunter. Als erstes sehen wir wieder Zebras und Elefanten, später kommen wieder Warzenschweine mit ihren Jungen hinzu. Plötzlich sehen wir am Wegesrand eine Löwin unter dem Busch liegen, sie ist zum Greifen nahe – herrlich. Sie trägt ein Band mit einem Chip um den Hals. Der Tag hat sich schon jetzt gelohnt. Immer wieder tauchen Elefanten auf, mal alleine in einem Busch stehend und fressen, mal in einer größeren Herde und mit einem kleinen Elefanten. Unvermittelt treffen wir auf ein weiteres, bisher nicht gesehenes Tier und zwar einen Wasserbüffel. Wenig später sehen wir zwei weitere, wobei einer gerade ein Wasserloch ansteuert um sich darin zu „baden“. Wir kommen zu 2 Elefanten, die an einem kleinen Wasserloch stehen, und sich mit Matsch und Wasser bewerfen – danach sehen wir noch einen Elefanten der sich geradewegs auf ein Wasserloch zubewegt um sich ein „für ihn wohl erfrischendes“ Bad zu genehmigen. Auf dem Weg zurück begegnet uns ein zweites Mal eine Löwin (ob es die von heute morgen ist, wissen wir nicht). Die von uns unterwegs gesehenen Vögel konnten wir mit der Kamera leider nicht festhalten. Das einzig „vogelähnliche“ Tier, das wir mit der Kamera einfangen konnten, war ein Strauß. Gegen 14 Uhr kommen wir wieder auf dem Campingplatz an, wir haben heute ca. 100 km meist auf Schotterstrecke bei 43° gefahren. Auf dem Tisch haben wir einen Apfel und eine Banane, meine Brille, Handy und Creme liegen. Plötzlich springt ein Affe direkt neben mir auf den Tisch, klaut die Banane, wirft beim Wegspringen meine Brille und meine Creme vom Tisch und ist wieder im Gebüsch verschwunden. Gott sei Dank ist meine Brille heil geblieben.
Mittwoch, 18.02.
Nach einer guten Nacht, frühstücken wir wieder einmal ausgiebig mit Spiegelei, wir lassen es heute früh langsam angehen. Unser Ziel für heute, ist wieder ein Platz am Meer, wo genau wissen wir noch nicht. Über eine ziemlich schmale, ausgewaschene und mit großen Wasserpfützen gespickte Schotterpiste (Mario hat Strecke mit Absicht aus gesucht) erreichen wir nach 17 km wieder eine geteerte Hauptstraße. Wir erreichen am späten Vormittag das Städtchen Grahamstown, wo wir einen Bummel machen. Grahamstown ist eine 100.000 Einwohner zählende Universitätsstadt und bekannt als Kunstmetropole. Hier sehen wir schöne georgianisch-viktorianische Gebäude. Die Fassaden leuchten in grün, gelb und blau. In dieser Stadt gibt es mehr als 5 Colleges, sie kommt deshalb sehr „jugendlich“ daher. Hier macht es, anders als in den bisherigen Städten, die wir gesehen haben, Spaß zu bummeln, es gefällt uns sehr. Bei einer Tasse Kaffee genießen wir diese schöne Atmosphäre. Bevor wir die Stadt verlassen statten wir dem „Dom“ noch einen Besuch ab – hier findet gerade ein Gottesdienst statt und so bleiben wir im hinteren Bereich der Kirche stehen und hören für ein paar Minuten zu. Jetzt geht es auf zur „Wild Coast“, wir steuern Port Alfred an. In diesem Küstenbereich treffen immer wieder Flüsse auf das Meer. Die Strände mit den großen Dünen sind wunderschön. Nur Baden ist hier meist, wegen der sehr starken Strömungen , nicht möglich. Wir fahren weiter und erreichen ein Örtchen mit dem Namen Hamburg. Es ist mehr eine Ansammlung von Häusern, als ein Dorf. In kürzester Zeit sind wir durch den Ort und orientieren uns an einem Campingplatzschild. Der Platz liegt direkt am Fluss. Wir bleiben hier, machen einen Spaziergang zu den Dünen und dem Indischen Ozean und waten durch den Fluss wieder zurück. Der Platz hat außer einer Kneipe, wo abends ein paar Einheimische sitzen, nichts zu bieten. Wir sind hier die einzigen Touristen, uns gefällt es.
Donnerstag, 19.02.
Nach einer angenehmen Nacht setzen wir unsere Fahrt fort – heute ausnahmsweise einmal ohne Schotterpiste (die wenigen Meter von unserem Campingplatz zur Hauptstraße ausgenommen). Nach einer 1 ½stündigen Fahrt erreichen wir East London – eine überfüllte Metropole. Wir steuern einen Supermarkt an, in dessen Tiefgarage wir unser Auto abstellen können. Nach dem Einkauf und Verstauen des selbigen, verlassen wir die Tiefgarage noch einmal um einige wenige Straßenzüge, auf denen die unterschiedlichsten Waren angeboten werden, zu erkunden. Ein lautes Stimmengewirr und Autogehupe erwartet uns. Nach diesen Eindrücken gehen wir zurück und fahren durch bewaldetes, leicht hügeliges Gebiet immer der Küste und der Morgans Bay entgegen. Der Campingplatz ist schnell gefunden und so richten wir uns bereits um die Mittagszeit am See mit Blick auf den Indischen Ozean ein. Es folgt ein Strandspaziergang von ca. 1 Stunde. Anschließend nimmt Mario ein Bad im See und wir genießen den Rest des Nachmittags in der Sonne/Schatten sitzend und Pläne für die kommenden Tage schmiedend.
Bleibt das Wetter gut, bleiben wir noch einen Tag hier, wenn nicht ziehen wir morgen weiter.
Freitag, 20.02.
Der Morgen beginnt in einem Einheitsgrau, aber es regnet nicht und die Vorhersage hat sich auch verändert, so soll es erst am Nachmittag beginnen zu regnen. Wir lassen Tisch und Stühle stehen, so dass jeder sieht, dass der Platz belegt ist. Mit dem Auto fahren wir in den nächsten Ort (es versteht sich von selbst, dass Mario eine Schotterpiste findet). Im Ort Kei Mouth angekommen, suchen wir als erstes einen Baumarkt. Mario hat die Befürchtung, dass unser Gas nicht ausreicht und möchte die erste 3 kg-Flasche (wir haben 2), die bereits leer ist, füllen lassen. Nachdem dies vollbracht ist, fahren wir zur Fähre, die über den Fluss geht. Wir fahren aber nicht rüber, sondern schauen nur beim Ankommen und Ablegen der Fähre zu. Zurück am Auto machen wir noch einen Abstecher in die felsige Bucht um anschließend wieder zu unserem Platz zu fahren. Im See waten wir zum Meer, Mario geht sich abkühlen, danach geht es wieder durch den See zurück. Diese Prozedur machen wir am Nachmittag noch einmal, wobei ich diesmal mit in den Indischen Ozean gehe. Ich bleibe aber am Rande, kühle ich mich nur ab (ich habe Respekt vor den Wellen). Durch den See geht es diesmal schwimmend zurück bis zum Ufer wo unser Auto steht.
Wir verbringen den Nachmittag lesend und Kaffee trinkend auf der grünen Wiese neben unserem Auto.
Samstag, 21.02.
Heute fahren wir wieder weiter, wir verabschieden uns von unseren netten Nachbarn und los geht’s.
Wir wollen nach Port St. Johns. Von der Morgans Bay müssen wir einige Kilometer auf gleicher Strecke, wie wir gekommen sind, zurück bis wir wieder die N 2 erreichen. Unser Navi sagt uns, dass wir für die ca. 350 km über 5 Stunden benötigen. Bei Qunu kommen wir am Geburtsort (Mveso) von Nelson Mandela vorbei. Hier befindet sich auch der Friedhof auf dem seine Eltern, sein Sohn und seine Tochter begraben sind. Wenige Kilometer später erreichen wir das Städtchen Mtatha. Hier biegen wir auf die Straße R 61 ab. Sie führt vorbei an grünen Wiesen und Feldern und macht den Blick auf vereinzelt liegende Häuser sichtbar. Es geht durch die Berge, man Kilometerweit in die Landschaft mit tiefen Einschnitten schauen. Diese Landschaft begeistert uns sehr. Die Fahrt geht über 90 km so bis wir schließlich in Port St. Johns ankommen. Wir machen einen sehr kurzen Bummel über den Markt – der so gut wie abgeräumt ist. Es gibt noch Zwiebeln, Kartoffeln, lebende Hühner und Kleidung zu kaufen – nichts für uns. So fahren wir wieder ein Stück zurück, am Mzimvubu River entlang, überqueren diesen und erreichen den von uns angestrebten Übernachtungsplatz. Auf dem Platz befinden sich einige sehr schöne Ferienhäuser und dann die Wiese für Camper. Wir stehen ganz alleine, ein Ferienhaus ist belegt (es steht ein Auto davor). Später fährt an unserem Platz ein weiterer Camper vorbei – er stellt sich so weit von uns weg, dass wir ihn nicht zu Gesicht bekommen. Während wir unser Abendessen vorbereiten bekommen wir Besuch von ein Hund. Er gehört wohl zur Anlage und lässt sich nur ein paar Meter (oder sind es nur cm) neben uns. Wir versuchen ihn immer wieder zu verscheuchen, aber er bleibt hartnäckig liegen bis wir mit Essen fertig sind.
Ps.: Wir sind heute die bisher längste Strecke gefahren.
Sonntag, 22.02.
Wir sind früh wach, trinken bereits um kurz nach 6 Uhr unseren ersten Kaffee und frühstücken anschließend. Heute haben wir wieder über 250 km vor uns. Wir befahren bis wenige Kilometer vor unserem Ziel auf der R 61, sie beeindruckt uns heute fast noch mehr als gestern. Die Landschaft erinnert an das Algäu, nur wesentlich größer. An der Straße laufen immer wieder „herausgeputzte“ Frauen und Männer, z.T. mit Anzug und sogar Krawatte. Entlang der Strecke stehen immer wieder Autos die gewaschen werden – unseres hätte es auch nötig, doch wir denken, dass wenn wir vom Waschen wieder bis zur Straße über den Holperweg fahren, ist er wieder genauso schmutzig wir vorher (wir lassen es). Durch kleine Orte, vorbei an Fußballplätzen (wo gespielt wird), an Feldern, Wiesen, Wald, mit Blick auf Dörfer und Täler fahren wir unserem Ziel Port Shepstone entgegen. Leider finden wir im Ort, bzw. kam Strand keinen Campingplatz, so dass wir an der Küste entlang 10 km zurück fahren. Wir werden fündig – der Platz befindet sich jedoch nicht direkt am Meer, aber es sind nur 600 m zu Fuß bis wir eine kleine Bucht erreichen und wir uns im Indischen Ozean abkühlen können.
Während ich hier meinen Reisebericht schreibe beginnt es zu regnen.
Montag, 23.02.
Von Port Shepstone fahren wir auf der N2 nach Kokstad und von dort weiter über die R56 nach Matatiele. Auf diesem Streckenabschnitt wird auf über 40 km die Straße neu gebaut. Hier kommen wir schon am späten Vormittag an, viel zu früh um schon auf einen Stellplatz zu fahren. Also beschließen wir weiter über den Qacha's Nek nach Lesotho einzureisen. Die ca . 30 km lange Strecke zum Grenzübergang ist durchweg eine Schotterpiste – Mario ist zufrieden! Als wir an der Grenze ankommen, müssen wir aus Südafrika ausreisen, was einige Zeit und viele Fragen später geschafft war (Die Reisepässe wurden eingescant und die Fingerabdrücke wurden genommen, danach bekamen wir den Stempel). Dann geht es zum nächsten Büro, wieder müssen die Papiere gezeigt werden, Mario muss sogar seinen Führerschein vorlegen. Alles wird gründlich kontrolliert. Nun können wir weiter und erreichen den Grenzposten von Lesotho. Alle sind sehr freundlich und auch neugierig. Wir werden nach dem woher und wohin gefragt. Die Frage nach dem Wohin können wir nicht wirklich beantworten, zeigen unsere Karte und bekommen den Ratschlag in die Hauptstadt Maseru zu fahren. Alle anderen Straßen sind, wegen des vielen Regens, zu schlecht. Mario wird von der Idee eine Schotterpiste zu fahren, von den Beamten abgebracht. Eine ganz wichtige Frage war, welche Sprache man denn in „Germany“ spricht, mit der Antwort „Deutsch“ konnten sie jedoch nicht viel anfangen. Wir wurden dann gefragt, ob deutsch ähnlich wie holländisch ist. So sind wir jetzt im Grenzörtchen „Qacha's Nek und versuchen unser Navi einzustellen. Wir wundern uns, dass keine Navigation möglich ist – bis ich feststelle, wir haben kein Netz – Marios südafrikanische Simkarte funktioniert hier nicht. Also parkt Mario am Straßenrand und macht sich auf die Suche nach einer Möglichkeit eine neue Simkarte zu erwerben. Da ich dachte, dass das relativ schnell geht, bleibe ich im Auto und er geht alleine los. Diese Entscheidung bedauere ich, nachdem er nach fast einer Stunde immer noch nicht zurück ist, sehr. Ich sitze im Auto und „gefühlt“ starren mich alle an. Es bildet sich eine Männergruppe, die ständig zu mir schaut und winkt und tuschelt. So bin ich froh, als Mario endlich wieder auftaucht. Nun mit Simkarte ausgerüstet machen wir uns auf den Weg nach Maseru. Wir fahren nun auf einer Teerstraße, die viele Löcher und Bodenschwellen aufweist durch eine phantastische Bergwelt, dem Thaba Putsoa Gebirge. Der höchste Punkt, den wir überqueren befindet sich auf 3.096 m. Inzwischen hat es angefangen zu regnen und die Temperatur sinkt auf 9°. Während der Fahrt können wir einen Blick auf den Maletsunyane Wasserfall werfen, der über 200 m in eine tiefe Schlucht fällt. Diese ist jedoch nur zu Fuß oder mit dem Pony zu erreichen. Überhaupt sind die Menschen hier viel zu Fuß, auf Ponys und Eseln unterwegs, sie winken uns stets freundlich zu. Da wir am Pass viel Zeit verloren haben und die Fahrt nach Maseru zwischen 4 und 5 Stunden dauert, dachten wir daran unterwegs einen Stopp einzulegen, finden jedoch nichts. So fahren wir zum ersten Mal auf unserer Tour auch in der Dunkelheit, was doch recht schwierig ist. Man sieht die Löcher und Bodenschwellen zu spät und wir werden vom Fahrtlicht des Gegenverkehrs doch stark geblendet. In Maseru angekommen ist es bereits kurz vor 20 Uhr stock dunkel und wir haben während den letzten Kilometern beschlossen uns für die Nacht in einer Lodge einzumieten. Wir übernachten im Lancer's Inn, gefühlt das teuerste Hotel in der Stadt. Hier bekommen wir auch noch ein Abendessen und das Frühstück morgen ist inklusive.
Wir haben heutre über 500 (teils anstrengende) km zurückgelegt. Trotz des Regens war es ein schöner erlebnisreicher Tag durch eine atemberaubende Landschaft.