Dienstag, 24.02.
Nach einem sehr guten Frühstück im Hotel setzen wir unseren Weg fort. Wir fahren zum Katse-Staudamm. Es ist bewölkt, regnet aber nicht. Es wird eine interessante und abwechslungsreiche Fahrt. Wir werden 3 mal von der Polizei, die Kontrollen macht, angehalten. Nach jeweils einem freundlichen „How are you“ werden wir nach dem Woher und Wohin gefragt und mit einem „Have a nice day“ weiter gewunken. Durch eine weite Hochebene, vorbei an landwirtschaftlich genutzten Flächen und durch kleine Dörfer nähern wir uns langsam und stetig ansteigend dem „Mafika Lisiu Pass“ auf 3.090 m. An den Berghängen tauchen kleine Wasserfälle auf. Immer wieder fahren wir an Menschen vorbei, die zu Fuß, auf Pferden oder mit Eseln und Ochsenkarren unterwegs sind. (Ein weiteres Transportmittel sind Minibusse)Viele Kinder in Schuluniform kreuzen meist winkend unseren Weg. Lange Zeit fahren wir oberhalb des Flusses entlang der den Katse-Stausee speist. ca. 40 km bevor wir den Katse-Staudamm erreichen kommen wir zu einer einer Schranke und wir denken schon, dass unser Weg hier zu Ende ist, aber nein es ist ein polizeilicher Kontrollpunkt. Die Schranke wird gehoben und wir können weiter. Der Staudamm hält 2 Milliarden qm Wasser . Da es hier tatsächlich nur eine Straße gibt, müssen wir auf dem gleichen Weg, den wir gekommen sind zurück. Als wir wieder an der Kontrollschranke ankommen wird gerade ein Minibus kontrolliert. Der Polizist spricht als erstes mit dem Fahrer, danach öffnet er die Tür des Busses und bringt einen Stoffbeutel, in dem sich ein lebendes Tier befindet, zu tage – es wird konfisziert. Danach muss der Bus auf die Seite fahren und alle müssen aussteigen. Wir werden freundlich durchgewunken. Bei Caledenspoort verlassen wir Lesotho wieder und reisen in Südafrika wieder ein. Das Prozedere der Ausreise wird wesentlich schneller durchgeführt, als gestern die Einreise. Wir suchen unser über das Internet einen Campingplatz bei Fouriesburg aus. Unser Platz, den wir über einen Schotterweg erreichen ist der Uithoek Naturpark“. Wir stehen wieder einmal vor einem verschlossenen Tor. Kontaktnummern sind angebracht – wir erreichen jedoch keine der Nummern (zu schlechtes Netz). Als wir schon wieder wenden wollen, öffnet sich plötzlich das Tor – sollen wir durch? Mario bemerkt hinter uns ein Auto und steigt aus. Es ist die Besitzerin der Anlage und sie bescheinigt uns, dass wir auf den Platz fahren können, den wir nach einem weiteren Kilometer erreichen – herrlich.
Der einzige Nachteil – es regnet und es ist recht frisch (15°). Mario recherchiert und stellt fest, dass wir uns auf 1.800 m befinden. Wir sitzen unter unserer Markise und freuen uns trotz der niedrigen Temperatur des Lebens – und wir bekommen, nachdem es aufgehört zu regnen, noch einen schönen Abendhimmel.
Mittwoch, 25.02.
Wir frühstücken um 7.30 Uhr bei 15° und blauem Himmel. Als wir den Platz verlassen sehen wir Zebras und Antilopen auf dem Feld grasen – so kann sich der Morgen doch sehen lassen. Heute planen wir nur eine kurze Strecke und zwar zum „Golden Gate Nationalpark“, am Rande der Drakensberge. Auf dem Weg dorthin möchten wir noch einkaufen im ersten Ort, in dem wir halten gibt es zwar Geschäfte, aber nicht das was wir brauchen und so machen wir im Touristenstädtchen Clarens halt. Dies ist ein wirklich herausgeputztes Städtchen und wir beschließen einen Bummel zu machen. Wir stellen unser Auto am Wegesrand ab und lassen es für 120 Rand (6,- Euro) von Hand waschen. Während unser Auto gereinigt wird machen wir einen Bummel, trinken Kaffee – lassen es uns einfach gut gehen. Als wir zurück sind ist die Reinigung des Wagens abgeschlossen (so sauber war er seid der Übernahme in Kapstadt nicht mehr). Nun haben wir noch ca. 30 km bis zum Nationalpark vor uns. Nach gefühlt jedem gefahrenen Meter machen wir einen Fotostopp – die Eindrücke sind gigantisch und werden trotzdem immer noch einen ticken besser. Im Nationalparkbüro angekommen fragen wir nach einem Platz für die Nacht und die beiden Damen an der Rezeption erklären uns, es gibt keinen Platz, sie sind ausgebucht, es kommt eine größere Reisegruppe! Wir schauen uns an und fragen nach einer Alternative für uns, da schauen sich die beiden Damen an und lachen – selbstverständlich gibt es noch Platz für uns. Wir stellen unser Auto auf, ziehen Wanderschuhe an und packen Wasser in den Rucksack und laufen los. Wir gehen zum „Mushroomrock“, eine kleine Wanderung bzw. ein größerer Spaziergang. Es ist einfach nur schön, nach ca. 1 ½ Stunden sind wir wieder zurück und genießen den späten Nachmittag. Wir machen so viele Fotos von dieser Felsformation – dass sie sich kein Mensch je anschauen wird. Wir sitzen neben unserem Auto und lichten den Fels in allen möglichen Spätnachmittags- und Abendlichtern ab. Tatsächlich gehen mir für diesen Ort die Superlative aus.
Ps.: Mario arbeitet an unserer Webseite und bekommt nach über einer Stunde plötzlich eine Fehlermeldung – unser gekauftes Datenvolumen für Afrika scheint aufgebraucht zu sein.
Ps.: Wir übernachten, von Bergen und Felsen umgeben, auf einer Höhe von 1.900 m und es kühlt auf 12° ab.
Donnerstag, 26.02.
Der erste Blick heute morgen fällt auf den in den verschiedenen Farben schimmernden Fels, an dessen Fuß wir übernachteten. Wir machen noch eine Spazierfahrt durch den Nationalpark und zwar über den „Blesbok Loop“ und den „Oribi Loop“ hierbei sehen wir noch Antilopen und evtl. Gnus (da sind wir nicht sicher, sie waren zu weit entfernt). Nun verlassen wir auf der Hauptdurchgangsstraße den „Golden Gate Nationalpark“ mit vielen tollen Eindrücken in der Tasche. Jetzt geht es nach Harrismith um eine neue Simkarte zu erwerben. Wo wir schon mal da sind machen wir noch einen kleinen Bummel, es gibt nicht viel zu sehen und so fahren wir weiter zum „Royal Natal Nationalpark“. Hier kaufen wir nur ein Tagesticket. Als wir am Visitorcenter ankommen sind wir froh, dass wir das getan haben, denn mit dem Auto kann man lediglich 3 verschiedene Parkplätze anfahren. In diesem Park gibt es fast ausschließlich Wanderwege, wobei die kürzeste Tour mit 3 Stunden angegeben ist. Wir parken am „Gorge Car Park“, ziehen unsere Wanderschuhe an und machen uns auf den Weg. Wir laufen auf einem schmalen Pfad, dessen Rand dicht mit Gräsern bewachsen ist, über ein schmales Rinnsal und viele Steine führt. Wir kommen zu einer Brücke, die aus schmalen zusammengebundenen Baumstämmen besteht und ohne Geländer ist, das Überqueren ist kein Problem. Nach ca. 1 Stunde haben wir einen tollen Blick auf eine weit entfernte senkrecht abfallende Felsformation und wir vermuten, dass es das „Amphitheatre“ ist. Nun gehen wir den gleichen Weg zurück. Weiter geht es mit dem Auto, wir verlassen den Park und erreichen nach wenigen Kilometern, teils über Schotter (wegen Straßenbau) ein Hinweisschild auf „Campingplatz und Resort Drakensville“, den steuern wir an. Die Reception ist bereits geschlossen, aber wir durften einfahren. Marios Führerschein wurde geprüft und unser Kennzeichen notiert, ein Platz wurde uns zugewiesen. Die Anlage hat sogar einen kleinen Pool und so nehmen wir, nachdem unser Auto steht, erst einmal ein Bad. Ein sehr schöner, empfehlenswerter Platz!
Freitag, 27.02.
Nun verlassen wir die Berge endgültig. Wir machen uns auf, um heute 500 km zurückzulegen. Es ist bewölkt und so ist es nicht schade, den ganzen Tag heute im Auto zu verbringen. Der größte Teil der Fahrt gestaltet sich eher langweilig, wir fahren durch eine Ebene, die außer Landwirtschaft und gelegentlich Rindern und Ziegen auf der Fahrbahn keine Abwechslung bietet, ausgenommen der vielen, zum Teil sehr vielen Schlaglöcher. Sollte bei uns eine Straße so viele und so tiefe Schlaglöcher aufweisen, würde eine Vollsperrung vollzogen, aber wir sind ja in Südafrika. Und so geht es mal mehr, mal weniger schnell voran. Ein Tankstopp ist heute die einzige Fahrtunterbrechung. Mario hat dieses Mal einen Campingplatz ausgesucht, diesen erreichen wir über eine Schotterpiste, welche nicht schlimmer zu befahren ist, als die Straßen zuvor. Auch heute stehen wir vor einem verschlossen Tor mit Kontaktnummern – Mario ruft an, die Verbindung ist so schlecht, dass das Gegenüber ihn nicht versteht und so warten wir einen Moment um einen zweiten Versuch zu unternehmen. Da kommen die Besitzer schon angefahren und lassen uns rein. Der Platz ist umzäunt, innerhalb des Platzes können wir uns ohne bedenken bewegen und so machen wir einen Spaziergang auf dem uns ein männliches Nyala (Antilope) und zwei weibliche Kudus begegnen.
Bahati Caravan Park, Hluhluwe.
Samstag, 28.02.
Wir stehen früh auf, denn wir wollen den Tag im Hluhluwe Nationalpark (er ist der älteste Wildpark Südafrikas und hat eine Größe von 960 Quadratkilometer) zu verbringen. Wir erreichen den Park bereits vor 8 Uhr und beginnen unsere persönliche Safari. Wir treffen auf die von uns schon oft gesehenen Kudus, Springböcke, Warzenschweine und Büffel. Vergeblich halten wir Ausschau nach Löwen und Elefanten. Plötzlich tritt Mario auf die Bremse, er hat eine Gruppe Giraffen gesehen. Wir rollen zurück um diese Tiere eine Weile zu beobachten. Dann geht es weiter, wir sind noch auf der Suche nach den Breitmaulnashörnern, von denen es 2.500 im Park geben soll. Wir haben die Hoffnung fast schon aufgegeben, als wir in einem kleinen Wasserloch doch noch 2 dieser schwergewichtigen Tiere erblicken. Wir beobachten, wie sie aus dem Wasserloch steigen, eine kleine Weile daneben stehen um dann gemächlich davon zu traben. Als wir am Ausgangstor des Parks ankommen, haben wir alleine im Park 140 km davon das meiste auf Schotter zurückgelegt. Wir verlassen den Park über ein anderes Tor, als wir eingefahren sind, und können kaum glauben, dass wir einen Rückweg von 180 km haben, was bedeutet, dass wir erst gegen 18 Uhr zurück sein werden. Hätten wir dieses erwartet, dann hätten wir morgens alles eingepackt und hätten einen anderen Platz für die Nacht ausgesucht.
Sonntag, 01.03.
Mario möchte heute keine Strecke machen und so haben wir uns als Ziel das 120 km entfernte Sodwana Bay ausgesucht. Sodwana Bay ist, durch die der Bucht vorgelagerten Riffs, ein Taucherhotspot. Zur Zeit aber auch hier nicht viel los. Wir kommen zur Einfahrt an die Bay, hier müssen wir ein Tagesticket lösen und falls wir über Nacht bleiben, noch ein Übernachtungsticket. Wir bemerken am Kontrollpunkt, dass hier alles extra kostet: das Tauchen, das Fischen und auch das Schnorcheln muss bezahlt werden. Wir bezahlen die Übernachtungsgebühr für den Campingplatz, fahren zurück zur Eingangskontrolle und bezahlen dort den Aufenthalt, der über den Tag hinausgeht. Als dies erledigt ist beziehen wir einen x-beliebigen Platz – wir sind ganz alleine. Als unser Auto steht und das Zelt aufgebaut ist, packen wir unsere Badesachen und machen uns auf den Weg zum Strand. Wir hören das Meer rauschen, finden den Fußpfad erst beim 2. Rundgang durch die Chaletanlage. Als wir unser Ziel erreicht haben liegt ein vermeintlich grenzenloser Strand vor uns. Wir kühlen uns im Indischen Ozean ab – schwimmen ist hier nicht ratsam – und bummeln anschließend am Strand entlang, danach machen wir uns auf den schweißtreibenden Rückweg (über 40°). Als wir beim Abendessen sitzen hören wir plötzlich Stimmen, Parkwächter gehen den Platz ab, sie grüßen freundlich. Kurios auf diesem Platz ist, dass die Mülleimer keine Deckel haben – was uns wundert, denn es sind einige Affen unterwegs. Es beginnt zu regnen und zu gewittern und so ziehen wir uns recht früh in das Dachzelt zurück.
Montag, 02.03.
Mario steht früh auf und kocht Kaffee, da kommt ein Affe angerannt und macht sich am Mülleimer zu schaffen, er vertreibt ihn. Ich finde auf dem Weg zum Toilettengebäude einen Deckel für die Mülltonne und nehme diesen mit. Nun ist der Eimer abgedeckt, aber wir haben die Rechnung ohne den Affen gemacht, da der Mülleimer schräg steht, springt er vom Baum her dagegen, sodass er umfällt. Als wir rufen flüchtet er. Wir stellen den Mülleimer auf ein ebenes Flecken, machen den Deckel wieder drauf und beschweren diesen. Als der Affe wieder kommt, versucht er von 3 Seiten den Deckel zu entfernen – wir waren schlauer, er bekommt es nicht hin und so zieht er von dannen. Das war ein herrliches Schauspiel während unserem Frühstück. Nun packen wir wieder ein um nach St. Lucia zu fahren. Im Touristbüro buchen wir eine Bootsfahrt um Hippos und Krokodile zu sehen. Wir haben Glück, die Tour beginnt um 12 Uhr. Hippos können wir viele sehen, doch die Krokodile halten sich versteckt. Ein einziges liegt versteckt im Gras.
Nun wollen wir den Campingplatz anfahren und bekommen an der Rezeption zum Park die Auskunft, dass der Platz geschlossen ist, warum ganz genau verstehen wir nicht, was wir verstehen ist, dass es in diesem Bereich zur Zeit keinen Strom gibt. Wir buchen uns stattdessen im „Elephant Lake Hotel“ ein. Was, angesichts des strömenden Regens eine gute Entscheidung ist. Im Restaurant John Dorys gut gegessen. Am Abend besuchte und dann Hippo. Er lief durchs Dorf und ließ sich von niemanden stören.